Region Salzburger Lungau

Unser Lungau - Unsere Heimat

 

Der Lungau, auch politischer Bezirk Tamsweg genannt, liegt im Südosten des Bundeslandes Salzburg. Er gliedert sich in 15 Gemeinden, darunter drei Marktgemeinden, in denen 20,344 Menschen leben (Stand 1.1.18). Bezirkshauptort ist Tamsweg. Das knapp 1.020 Quadratkilometer große inneralpine Hochplateau, liegt nahezu vollständig auf über 1.000m Seehöhe und wird im Westen von den Hohen Tauern, im Norden und Osten von den Niederen Tauern (Radstädter- und Schladminger Tauern) und im Süden von den Gurktaler Alpen (Nockberge) umgeben. Die höchsten Erhebungen sind der Hochgolling (2.862m) im Norden und der Hafner (3.076m) im Süden. Die ausgeprägte innere Gliederung des Lungaus wird durch die Flussläufe der oberen Mur und der Taurach sowie deren zahlreichen Zuflüsse geprägt.

 

 


 

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Der Lungau

Inneralpine Landschaft & Lebensweise

 

Der Lungau ist sowohl aus kultureller Sicht als auch in Hinblick auf die Natur sehr vielfältig. Er ist ein repräsentatives Beispiel für inneralpine Landschaften und Lebensweisen. Die Region ist von kleinräumigen, traditionellen Strukturen geprägt, in denen bergbäuerliche Bewirtschaftung vorherrscht. Streusiedlungen mit historischen Ortskernen und alten Bauernhöfen sind charakteristisch. In der Landschaft findet man kleine Hütten und Scheunen, Zäune und Hecken, sowie zahlreiche kleine Denkmäler.

 

Geschichte des Lungaus

Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. zählte das Gebiet des heutigen Lungaus zu Norikum, einem keltischen Königreich. 15 v. Chr. wurde es von den Römern besetzt und 50 n. Chr. zu einer römischen Provinz. Vom 8. bis zum frühen 14. Jahrhundert stand der Lungau unter bayrischer Herrschaft. Von 1328 bis zum Jahr 1803 dauerte dann die Herrschaft der Salzburger Fürsterzbischöfe. Im Lungau waren die Lehren Martin Luthers früh verbreitet worden, erste Hinweise datieren aus dem Jahre 1534. Eine Rolle spielten dabei Prediger aus der angrenzenden Steiermark, wie der Jörg Schratl, der schon 1528 in Stadl a.d. Mur gegen den Papst auftrat. In den folgenden 100 Jahren kam es von Seite der Salzburger Erzbischöfe immer wieder zu Maßnahmen gegen die Glaubenserneuerer. Um 1578 z.B. kam der Erzbischof selbst mit Truppen in den Lungau, ließ die Rädelsführer gefangen nehmen, nach Hallein überstellen und dort hinrichten. Im Jahre 1605 wurde an Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau berichtet, dass viele Lungauer sektische und lutherische Stücke redeten und sängen. Der Reformeifer des Erzbischofs war aber durch seine persönliche Lebensführung und mehrere politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten erlahmt, so dass er keine vollständige Offensive zur Rekatholisierung mehr angehen konnte. Erst sein Nachfolger Markus Sittikus führte 1613 eine Generalvisitation durch, bei der u.a. festgestellt wurde, dass die Mehrzahl der Landpfarrer im Konkubinat lebte und Kinder hatte, worauf eine scharfe Disziplinierungsphase folgte. Danach konnte zwar durch die Bekehrung der “sektischen Untertanen“ die Einheit des Glaubens wiederhergestellt werden, später wurde aber festgestellt, dass jene bloß eine äußerliche geblieben war. Daher übernahm 1633 der Kapuzinerorden die Seelsorge im Lungau, um die Bevölkerung dauerhaft zu rekatholisieren. Diese Periode wurde durch die Auflösung des Kapuzinerordens in Tamsweg durch den aufgeklärten Erzbischof Colloredo beendet. Nach dessen Abdankung 1803 kam das Gebiet kurze Zeit wieder unter bayerische Verwaltung und 1816, wie ganz Salzburg, zu Oberösterreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg im Jahre 1848 erfolgte die Herausgabe einer eigenen Landesverfassung, die auch eine Neuregelung der Landesverwaltung und die Einführung der Gemeindeordnung mit sich brachte. 1880 wurde der Lungau als „ärmste“ Region im Land Salzburg bezeichnet. Grund dafür war seine geografische Abgeschlossenheit. Erst nach dem Anschluss an das Eisenbahnnetz durch die Murtalbahn 1894 und dem Bau der Tauernautobahn ab 1971 erstarkten Handel und Wirtschaft im Lungau.

Bild: Burg Mauterndorf

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