Dark Sky Projekt Lungau

Den Nachthimmel in seiner Schönheit zu erleben wird für immer mehr Menschen - gerade in Europa - zu einem besonderen Luxus. Städte werden immer heller und auch in abgeschiedenen Regionen wie dem Biosphärenpark Salzburger Lungau nimmt die Lichtverschmutzung immer mehr zu. Aus diesem Grund hat es sich der Biosphärenpark zum Ziel gesetzt, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Licht zu finden und zu versuchen die Lichtverschmutzung über dem Lungau zu vermindern und so die für Mitteleuropa nahezu einzigartige Sicht auf den Nachthimmel zu erhalten.

IDA - International Dark Sky Organisation

Die International Dark-Sky Association (IDA) ist eine internationale Organisation, welche von Astronomen gegründet wurde und sich dem Kampf gegen die Lichtverschmutzung verschrieben hat. Die IDA verleiht die Auszeichnung als Dark-Sky-Schutzgebiet an Regionen, die die Kriterien erfüllen.

www.darksky.org

IDA Dark Sky Gebiet

Ziel dieser Anstrengungen ist es, die Auszeichnung „IDA Dark Sky Gebiet“ für den UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau zu erhalten. Diese Auszeichnung wird Gebieten mit besonders dunklem Nachthimmel zuteil, die auch großen Wert darauf legen diesen für spätere Generationen zu erhalten. Neben Maßnahmen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung sind auch Messung der Himmelshelligkeit ein wichtiges Kriterium, um die Auszeichnung zum IDA Dark Sky Gebiet erhalten zu können.

Maßnahmen

Zur Zeit arbeiten wir vom Biosphärenpark - insbesondere unser DarkSky-Botschafter Othmar Ortner -  intensiv mit den Bürgermeistern aller Gemeinden des Lungaus zusammen, um in Zukunft für eine zeitgemäße, lichtverschmutzungsarme Straßenbeleuchtung im gesamten Lungau zu sorgen. Straßenbeleuchtung ist im ländlichen Raum eine der Hauptquellen für Lichtverschmutzung. Doch auch Privatpersonen können unnötiges Licht in ihrem Garten vermeiden. Bei monatlichen Sternenwanderungen erklärt Othmar Ortner den Teilnehmern immer wieder gerne, welche Möglichkeiten es für jeden einzelnen es gibt, um den eigenen Impakt auf den Nachthimmel möglichst gering zu halten.


Lichtmessnetz Lungau

Um eine bessere Einschätzung zur Dunkelheit des Lungauer Sternhimmels abgeben zu können und zukünftige Trends sichtbar zu machen, wird im Lungau in den nächsten Jahren in einer Zusammenarbeit von Biosphärenpark und dem Land Salzburg ein Lichtmessnetz mit sechs Messpunkten installiert werden. Der erste Messpunkt in Tamsweg wurde bereits installiert und liefert auch schon seit einiger Zeit Daten. Bis jetzt gibt es im gesamten Bundesland Salzburg noch keine Stelle an der die Himmelshelligkeit regelmäßig gemessen wird und selbst in ganz Österreich gibt es nur sehr wenige vergleichbare Messnetze. Der Lungau befindet sich hiermit also an der Spitze der Messung der Lichtverschmutzung in Österreich. Die Messung der Himmelshelligkeit ist außerdem ein wichtiges Kriterium, um die Auszeichnung zum IDA Dark Sky Gebiet erhalten zu können.

 

Messung allgemein

Um überhaupt verstehen zu können was die Grafik aussagt, benötigt es eine Erklärung des Begriffes der Magnituden bzw. auch mag/arcsec². Magnituden sind eine Einheit der Astronomie und geben die Helligkeit eines Objekts an. Sie sind logarithmisch und größere Werte bedeuten eine niedrigere Helligkeit. So hat Venus - der hellste Planet am Himmel - beispielsweise eine Helligkeit von -4,3 Magnituden. Im Gegensatz dazu haben die schwächsten mit freien Augen sichtbaren Sterne eine Helligkeit von 7 Magnituden. Der Unterschied von 11 Magnituden mag auf den ersten Blick nicht sonderlich groß erscheinen, dadurch dass Magnituden aber logarithmisch sind entsprechen 11 Magnituden einem Helligkeitsunterschied von knapp 24.000. Venus ist also fast 24000 Mal so hell, wie die dunkelsten Sterne am Nachthimmel. Verteilt man diese Magnituden nun auf eine Fläche, so spricht man von Magnituden pro Quadratbogensekunde(mag/arcsec²). Eine Bogensekunde ist ein sehr kleiner Winkel am Nachthimmel und eine Quadratbogensekunde ist eine Fläche mit einer Länge und einer Höhe von einer Bogensekunde. Ein natürlicher Nachthimmel hat eine Flächenhelligkeit von etwa 22 mag/arcsec². Im Gegensatz dazu werden beim Institut für Astrophysik der Universität Wien Werte von 18,5 mag/arcsec² gemessen. Der Himmel über Wien ist also grob 4 Magnituden oder 25 Mal heller als ein natürlicher Nachthimmel. Nach den derzeitigen Messergebnissen in Tamsweg dürfte der Nachthimmel über Tamsweg etwa 21 mag/arcsec² hell sein, also in etwa 2,5 Mal so hell wie ein natürlicher Nachthimmel.

Hintermuhr (ca. 22 mag/arcsec²)

Tamsweg (ca. 21 mag/arcsec²)

Wien (ca. 18 mag/arcsec²)

© Erstellt mit der App "Mobile Observatory 3 Pro - Astronomie" by Wolfgang Zima, erhältlich im Android App Store


Mess-Stationen Lungau

Die auf dieser Webseite dargestellten Graphen zeigen die Himmelshelligkeit über der Station in Tamsweg in mag/arcsec². Wenn die Linie keiner runden Kurve folgt, war der Himmel über der Station bewölkt. Wolken werden über bewohntem Gebiet von Kunstlichtquellen (z.B. Straßenbeleuchtung) angestrahlt und erhöhen dadurch die Helligkeit des Nachthimmels. An besonders dunklen Standorten wie beispielsweise in Hintermuhr oder am Prebersee verdunkeln die Wolken den Sternenhimmel hingegen. Auf der Monatsansicht der Graphen ist außerdem der Mondzyklus sehr gut erkennbar. Bei Vollmond ist der Himmel bedeutend heller und bei Neumond dementsprechend dunkler.

 

Je höher der mag-Wert, desto dünkler der Nachthimmel. 22 mag/arcsec² = natürlicher Nachthimmel.

Tagesauswertung

Wochenauswertung

Monatsauswertung

Dark Sky Team

Kristin Hauser, MSc
Biosphärenpark Projektmanagement
Philipp Wiedl, MA
Biosphärenpark Projektassistenz, Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +43 6472 7740 13
philipp.wiedl@lungau.org

Othmar Ortner
Dark Sky Biosphärenpark Botschafter

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