Schrauben, tüfteln und kaputten Dingen neues Leben schenken: Elf Tage lang verwandelte sich Tamsweg dieses Jahr wieder in die Kinderstadt „Minitopia“. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten dort nicht nur ihre eigene Stadt gestalten, sondern auch an der Reparaturstation des Biosphärenparks Salzburger Lungau und der KEM Lungau spielerisch erfahren, warum Reparieren oft besser ist als Wegwerfen.
Organisiert von der Lungauer Kulturvereinigung fand Minitopia von 15. bis 26. Juni bereits zum vierten Mal statt. Rund 800 Kinder aus allen Lungauer Volksschulen, der Sonderschule und einigen ersten Klassen der Mittelschulen übernahmen dabei Verantwortung für ihre eigene Stadt. An 25 Arbeitsstationen, die sich von der Künstlerei über das Kandolf bis hin zum Schlosspark und zum Schloss Kuenburg erstreckten, konnten die Kinder in unterschiedlichen Berufen arbeiten. Das wurde möglich dank der rund 50 Unterstützerinnen und Unterstützer aus den unterschiedlichsten Institutionen, Firmen und Vereinen der Region, die die einzelnen Stationen betreuten.
Ausgangspunkt für die „Jobs” der jungen Teilnehmenden war ein eigenes Arbeitsmarktservice. So wurde es den Schülerinnen und Schülern möglich, die Währung von Minitopia, „Mugis“, zu verdienen, die sie dann für Essen, Kino und Ähnliches wieder ausgeben konnten. Das sollte den Kindern ein Gespür für den Umgang mit Geld vermitteln. Außerdem trafen sie in ihrer Stadt gemeinsam Entscheidungen über ein gelungenes Zusammenleben und übernahmen Verantwortung für sich und andere. Auf diese Weise konnten sie spielerisch erleben, wie eine Gemeinschaft funktioniert und welche Aufgaben und Verantwortungen damit einhergehen.
Gemeinsam reparieren statt wegwerfen
Auch der Biosphärenpark Salzburger Lungau und die KEM Lungau waren heuer wieder Teil von Minitopia. Nachdem wir beim letzten Mal im Rahmen von Pädagog*innen-Workshops mitgewirkt haben, stand diesmal eine Reparaturstation im Mittelpunkt unseres Angebots. Die Kinder konnten bei uns selbst aktiv werden: Gegenstände wurden zerlegt, wieder zusammengebaut und instand gesetzt. Mit Schraubenziehern, Zangen und viel Ausdauer wurde geschraubt, getüftelt und ausprobiert. Dabei waren oft Fingerspitzengefühl, Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Umso größer war die Freude, wenn aus vielen kleinen Einzelteilen wieder ein funktionierendes Ganzes entstand. Auch Upcycling war ein Thema an unserer Station: Die Schülerinnen und Schüler verwandelten alte T-Shirts in neue, lässige Einkaufstaschen und lernten dabei, wie einfach kreative Wiederverwendung im Alltag funktionieren kann.
Ressourcen schützen spielerisch gelernt
Ganz nebenbei setzten sich die Kinder mit wichtigen Zukunftsthemen auseinander. An unserer Reparaturstation konnten sie erleben, welche wichtige Rolle Ressourcenschutz, Reparatur, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung spielen. Die Kinder erfuhren, wie wertvoll es ist, Materialien möglichst lange zu nutzen und Gegenständen ein zweites Leben zu schenken, statt Dinge vorschnell wegzuwerfen. Die große Begeisterung an unserer Station zeigte, dass Nachhaltigkeit besonders dann verständlich wird, wenn Kinder selbst ausprobieren, tüfteln und Lösungen finden dürfen.
Nachhaltigkeit zeigte sich aber nicht nur an den Arbeitsstationen, sondern beschäftigte die Kinder bereits ab ihrer Ankunft. So erfolgte die An- und Abreise sämtlicher Schulen mit dem ÖPNV. Auch Minitopia selbst setzte auf öffentliche Transportmittel: Mit dem Pedibus gelangte man in der Kinderstadt von A nach B.
Wir freuen uns, auch dieses Jahr wieder Teil von Minitopia gewesen zu sein und gemeinsam mit den Kindern einen Beitrag für mehr Umweltbewusstsein und einen sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen geleistet zu haben.

