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„Logo-Jungel“ Lebensmittel Kennzeichnung

Häufig tauchen Fragen zum Thema Logos und Kennzeichnungsbestimmungen für Lebensmittel auf. Wir haben ein paar Infos zum Thema „Logojungel“ für euch zusammengefasst:

1. AMA Gütesiegel

Sind Lebensmittel mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel ausnahmslos aus Österreich?

Foto: Land schafft Leben, 2017

 

Wesentliche Punkte bezüglich der Herkunft sind geregelt. Fleisch darf nur das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel tragen, wenn die Tiere in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt wurden. Milchkühe müssen auf österreichischen Bauernhöfen leben und dort gemolken werden. Die Milch muss in einer heimischen Molkerei verarbeitet worden sein. Eier werden auf einem heimischen Bauernhof gelegt und gestempelt und in einer österreichischen Packstelle sortiert und verpackt. Obst, Gemüse und Erdäpfel werden auf heimischen Feldern, in heimischen Obstgärten oder Glashäusern gezogen.

Das alles garantiert das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel. Es gibt auch Bereiche, die es nicht abdeckt. So müssen beispielsweise die Elterntiere österreichischer Masthühner nicht in Österreich leben. Zutaten wie Bananen oder Erdbeeren im Fruchtjoghurt müssen nicht aus Österreich sein, wenn sie nicht mehr als ein Drittel des Endproduktes ausmachen und nicht in ausreichender Menge und/oder Qualität aus Österreich verfügbar sind. Die Herkunft von Torf, ein wichtiges Material bei der Herstellung von Pflanzwürfeln für Gemüse-Jungpflanzen, ist nicht geregelt.

Birgit Beck vom Verein für Konsumenteninformation sagt: “Wir haben nichts Besseres, wenn es um die Herkunft geht.” Ein wesentliches Kriterium für die Bewertung eines Gütezeichens ist für sie die externe Kontrolle, also dass die Einhaltung der Richtlinien von unabhängigen Kontrollstellen überprüft wird. “Das ist beim AMA-Gütesiegel der Fall”, so Beck. Gütezeichen, die Unternehmen selbst entwerfen und auch noch selbst kontrollieren, sieht sie kritisch.

1. BIO Kennzeichnung

Sind Bio-Lebensmittel immer gentechnikfrei?

Foto: Land schafft Leben, 2017

 

Ja, Bio-Lebensmittel müssen immer gentechnikfrei hergestellt sein. Manche Verarbeiter kennzeichnen Bio-Produkte dennoch mit dem Kontrollzeichen der ARGE Gentechnik-frei, andere verzichten darauf. Egal ob mit oder ohne Zeichen, Bio-Produkte sind immer gentechnikfrei, Bio-Tiere werden immer gentechnikfrei gefüttert.

1. Importierte Bio Lebensmittel

Gilt für importierte Bio-Lebensmittel die gleiche Bio-Regelung?

Foto: Land schafft Leben, 2017

 

Zumindest gilt eine gleichwertige Regelung wie für Bio-Landwirtschaft in der EU. Bio-Lebensmittel aus Drittländern müssen gemäß der EU-Bio-Verordnung produziert worden sein. Die Bio-Regelung in einer Reihe von Ländern ist von der EU anerkannt. Das betrifft Argentinien, Australien, Costa Rica, Indien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, die Schweiz, Tunesien und die USA. Importe von anderen Drittländern müssen von der zuständigen Behörde genehmigt werden.

Anerkannte Kontrollen gibt es im Herkunftsland und im Bestimmungsland. Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace meint, das Kontrollsystem sei streng und funktioniere: “Es gibt keine Hinweise für Bio-Betrug im großen Stil.” Bei der Einfuhr nach Österreich werden wie bei konventionellen Lebensmitteln Pestizidrückstände überprüft. Für Bio-Lebensmittel aus dem Ausland gilt die gleiche Toleranz (quasi Null) wie für heimische Bio-Lebensmittel. Nationale Bio-Vorgaben und Richtlinien von Bio-Verbänden wie Bio Austria gelten für Bio-Importe nicht.

Wie kann man sich eigentlich bei all den Siegeln beim Einkaufen von Lebensmitteln noch orientieren?
Unter folgendem Link findet ihr noch mehr zu diesem Thema:

https://www.landschafftleben.at/hintergrunde/kennzeichnung/lebensmittelkennzeichnung_04_2020.pdf

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