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Lebensräume für Wildbienen schaffen und schützen – Broschüre des Landes Salzburg

Das Bild zeigt eine Hummel auf einer Rotkleeblüte

Das Land Salzburg hat ein Merkblatt zu den Lebensräumen von Wildbienen sowie zu Nisthilfen für solitär lebende Wildbienen herausgebracht. Darin sind wichtige und hilfreiche Informationen für die eigene Gartengestaltung enthalten.

Wildbienen in Österreich

In Österreich gibt es über 700 Wildbienenarten! – und bereits 296 davon wurden im Bundesland Salzburg bereits gesichtet (Stand 2020)! Darunter Vertreter aus den Familien der Bauchsammelbienen, der Mauerbeinen, der Sandbienen, der Seiden- und Maskenbienen sowie der Körbchensammler, zu denen die Hummeln zählen.
Etwa die Hälfte aller Wildbienenarten nisten im Erdboden, vorrangig in magerer Erde und Sandböden. Rund 22% sind sogenannte Hohlraumbesiedler und nisten in einem Wildbienenhaus. Wildbienen sind ökologisch, aber auch ökonomisch, sehr wertvoll – je nach Kultur leisten sie zwischen 50 und 66% der Bestäubungsleistung. Wir also vom Bienenschutz gesprochen, müssen Wildbienen unbedingt mitgedacht werden!

Viele Wildbienen produzieren keinen Honig, dennoch sind die oft sehr kleinen Insekten, ihre Körperlänge liegen zwischen 2 und 30mm, sehr wichtig für die Natur und auch für die Natur – Wildbienen gehören zu den effektivsten Bestäubern und haben somit eine extrem wichtige Rolle in der Fortpflanzung von Pflanzen. Viele Wildbienenarten haben sich auf Pflanzen spezialisiert, die für Honigbienen nicht interessant sind. Mit ihren geringen Körperlängen haben sich Wildbienen ideal an ihre Nahrungspflanzen angepasst. So ist etwa die Larve der Glockenblumen-Mauerbiene abhängig von der Glockenbiene, die dunkle Lockensandbiene braucht Weiden um ihren Fortbestand zu sichern.

Lebensräume für Wildbiene schaffen und schützen

Die Vereinheitlichung der Kulturlandschaft und das damit einhergehende Verschwinden von Lebensräumen und Strukturen und somit von Futterpflanzen setzt den Wildbienen sehr zu. Aus diesem Grund ist das Bereitstellen von Nisthilfen und Nahrungsmöglichkeiten notwendig um Wildbienen zu schützen. Viele Wildbienen bevorzugen die Nähe von Siedlungsgebieten, somit können auch im eigenen Garten und in der Gemeine Maßnahmen für Wildbienen gesetzt werden.
Wildbienen nisten in Bohrlöchern im Holz, etwa solchen die vom Wespenkäfer als Brutstätten angelegt wurden. Andere Arten legen ihre Eier auf markhaltigen Stängeln, etwa von Himbeere, Brombeere und Holunder ab. Etwa die Hälfte der Wildbienenarten sind bodennistend und graben für die Eiablage bis zu 50cm tiefe Gänge in den Untergrund. Offene Bodenflächen im Garten sind somit wichtige Brutmöglichkeiten für Wildbienen.

Wenn in der Umgebung ausreichend Nahrungsangebot heimischer Blütenpflanzen gegeben ist und kleine Strukturen, die Platz und Material für den Nestbaubieten bieten vorhanden sind, wurden schon wichtige Maßnahmen für den Wildbienenschutz umgesetzt.

Also – lassen Sie Pflanzenstängel über den Winter stehen, achten Sie auf verschiedene nicht gefüllte, heimische Blütenpflanzen sowie heimische Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume im Garten, halten sie Bodenstellen frei von Bewuchs und belassen Sie, wo möglich, Totholz aber auch leere Schneckenhäuser im Grünraum! Eine wilde Ecke im Garten sowie Trockensteinmauern bieten Wildbienen zusätzlich Nahrung und Brutplätze. Besonders wichtig: Vermeiden Sie Pestizide im gesamten Garten!
Zusammengefasst – naturnahes Gärtnern, wie es die Plakette „Natur im Garten“ auszeichnet, ist gut für Wildbienen und viele andere bestäubende Insekten! Das Biosphärenparkmanagement Salzburger Lungau vergibt auch dieses Jahr wieder diese Auszeichnung für naturnahe Gärten – bei Interesse melden Sie sich direkt beim Gartentelefon (+43 662 8042-4570) an!

Wildbiene bei Nisthilfe
copyright: Herbert Bieser auf Pixabay

Insektenhotels als Nisthilfen

Neben natürlichen Wildbienenunterkünften sind in den letzten Jahren auch sogenannte Insektenhotels als Nisthilfen für Bestäuber sehr beliebt geworden. Anders als in einem Hotel, wo Gäste nur für kurze Zeit bleiben, möchten wir den Insekten in diesen Nisthilfen aber längere Unterkunftmöglichkeiten bieten. Damit eine solche Nisthilfe von Wildbienen auch angenommen wird, ist das richtige Material und die korrekte Verarbeitung sowie ein geschützter Standort und dessen Umgebung ausschlaggebend:

■ Sonnige und warme Lage: Ausrichtung nach Süden, Südosten oder Südwesten.

■ Wettergeschützt: durch ein Dach und Seitenwände.

■ Stabil: Verankerung am Boden oder an einer Wand.

■ Freistehend: Anflugmöglichkeit (von Pflanzen oder anderen Objekten freihalten). In der Nähe eines ausreichenden Nahrungsangebots

■ Eine Auswahl heimischer blühender Kräuter, Wildstauden und Gehölze sollte in unmittelbarer Umgebung vorhanden sein

In zahlreichen Workshops mit unseren Partnerschulen haben Biosphärenpark-Fexen solche Nisthilfen bereits mit interessierten Schüler*innen hergestellt.

Noch mehr Infos zu den Lebensräumen von Wildbienen und möglichen Maßnahmen die im eigenen Garten oder der Gemeinde gesetzt werden können um Wildbienen Unterkunft und Nahrung zu bieten, sind im Merkblatt des Landes Salzburgs zu finden.

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