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ISEK St. Michael

ISEK St. Michael – Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept

Projektträger: Marktgemeinde St. Michael
geplante Projektlaufzeit: 03/2017 – 12/2017 bzw. 08/2018
Kosten gesamt: € 48.000,00
Anrechenbare Kosten: € 30.000,00
Förderungssatz: 75 %
Förderung in €: € 22.500,00
Aktionsfeld: 3 – Gemeinwohl Strukturen und Funktionen


Projektbeschreibung

 

St. Michael ist mit 3520 Einwohnern (Stand Jänner 2018) die zweitgrößte Gemeinde im Lungau. Trotz des kontinuierlichen Einsatzes der Marktgemeinde St. Michael zeichnete sich in den letzten Jahren ab, dass die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger über die schwindende Vitalität des Ortskerns steigt, da er viele seiner ursprünglichen Funktionen als wirtschaftliches Zentrum einer Ortsgemeinde eingebüßt hat. Gründe dafür sind zum Beispiel das Wachstum der Verkaufsflächen in der Peripherie, Nachfolgeprobleme beim traditionellen Fachhandel, Mehrbranchenbetriebe und neue Vertriebsformen, zu große, zu kleine, oder zu alt ausgestattete Geschäftslokale, fehlende Verkehrskonzepte oder ungleiche Wettbewerbsbedingungen.

 

Aufgrund dieses Wandels wurde die Gemeinde St. Michael im Rahmen der Dorf- und Stadtentwicklung im Bundesland Salzburg als Pilotgemeinde zur Stärkung des Orts- und Stadtkerns ausgewählt. Als Grundlage für weitere Maßnahmen, Förderungen und Planungen soll ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK)“ erstellt werden, wobei die Strategien und Leitziele der LEADER Region beachtet und die lokalen Akteure miteingebunden werden und auch auf die räumlich übergeordneten Entwicklungsziele eingegangen wird.

 

Konkret wurde zu Beginn des Projekts eine planliche Darstellung des gesamten Ortskerngebiets erstellt, um besser auf lokale Besonderheiten und die konkrete Problemlage eingehen zu können. Darauf folgte die Einrichtung eines personell besetzten Ideenbüros bzw. die Aufstellung von Ideenboxen an verschiedenen Standorten im Gemeindegebiet von St. Michael. Den Infoboxen wurden Fragebögen über St. Michael beigelegt, durch die Bürgerinnen und Bürger anonym ihre Bedürfnisse bekannt geben konnten. Durch die Ausarbeitung der Fragebögen entstand eine Grundlage für die branchenspezifische Bestimmung und Quantifizierung der Lücken zwischen Nachfrage und Angebot. Danach wurden in drei öffentlichen Workshops mit verstärkter Bürgerbeteiligung die Ziele des Projekts vorgestellt, wobei die Teilnehmen ihre eigenen Wünsche, Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Ideen einbringen konnten. Durch das Projekt konnten einige leerstehende Objekte im Ortskern mit neuen Betrieben belebt werden, beispielsweise eröffneten das Versicherungsbüro „Donau“, das Fitnessstudio „Nonstop Fitness Lungau“, die Kegelbahn mit Lokal „s´9erle“ und das Möbelhandelsgeschäft „CF Möbelhandel“. Auch für die Zukunft wird daran gearbeitet, weitere leerstehende Geschäftslokale oder Häuser zu reduzieren. Die im Projekt ausgearbeiteten Lösungsvorschläge stellen den Rahmen dar, in dem man sich in der Zukunft bewegen könnte, der sicherlich an diverse nicht vorhersehbare Faktoren angepasst werden muss.

 

Durch das Projekt soll für die ortsansässige Bevölkerung sowie für Urlauber wieder ein lebendiges Ortszentrum entstehen, das für das gesellschaftliche Leben eine wesentliche Bedeutung hat. Die Unternehmen im Zentrum haben eine unverzichtbare Nahversorgungsfunktion und machen die historisch gewachsenen Standorte zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Mit dem Projekt sind die ersten Schritte zu einer langfristigen Ortskernstärkung bereits gemacht, es braucht auch in der Zukunft konsequente Bewusstseinsbevölkerung für die Bevölkerung sowie Durchhaltevermögen, um den Ortskern wieder dauerhaft zu beleben.

 

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