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Gesamtvorhaben: Heilkima-Regionen Thüringer Wald und Riedingtal

Heilkima-Regionen der Naturparke Thüringer Wald und Riedingtal (Lungau)

Transnationales Projekt 2019-2021

Konsens aller beteiligten Naturparke und o.g. Fachleute ist der Grundsatz:

Heilklima ist nicht nur touristisches Marketing, sondern umfassender Klimaschutz im Gebirge unter aktiver Beteiligung der Hauptlandnutzer Land- und Forstwirtschaft. In diesem Projekt ist Klimaschutz für Mensch und Natur gleichfalls sinnvoll!

Ein Überblick über das Gesamtvorhaben

 

Die fachliche Grundlage des transnationalen Projektes der LEADER-Aktionsgruppen in Thüringen (HBN/SON) und im Lungau zur ländlichen Entwicklung in beiden Regionen ist ein Vorhaben, das in besonderer Weise die Verbindung zwischen Heilklima, Landnutzungen und Klimaschutz herstellt. Damit wird ein wesentlicher Beitrag für die beteiligten Naturparke in den Qualitätsstandards Gesund- und Aktivtourismus geleistet. Diese Aufgaben haben aktuell zunehmende Bedeutung. In den Städten ist die Gesundheit durch zunehmende Hitzeperioden, Feinstaubbelastungen und negative Luftveränderungen geprägt. Weiterhin wollen die beteiligten LEADER-Aktionsgruppen die aktuelle Diskussion zum Klimaschutz durch einen besonderen Beitrag und konkrete Vorschläge zur Klimaanpassung in beiden Naturparken umsetzen.

 

Im Naturpark Thüringer Wald haben die Luftkurorte, allen voran die Tourismusdestinationen von Friedrichroda und Bad Liebestein bis Masserberg und Neuhaus am Rennweg, das bioklimatisch günstige Klima in der Kammregion als besondere touristische Qualität herausgearbeitet und den Mehrwert in Zeiten des Klimawandels frühzeitig erkannt. Ein sommerliches, wohltuendes kühleres Klima mit hoher Luftqualität im Gebirge, ist ein wesentlicher Vorteil zu überhitzten und mit Feinstaub belasteten Städten und Metropolregionen. Im Naturpark Thüringer Wald sollen Klima- Messstationen ergänzt und in einer professionellen Bearbeitung als touristisches Qualitäts-System entwickelt werden. Weil gerade die Art der Landnutzungen, Weidewirtschaft und Landschaftspflege direkte Auswirkungen auf die Heilklima-Ziele hat, werden die Land- und Forstbetriebe beider Naturparke direkt in das Projekt integriert.

 

Im Naturpark Riedingtal gibt es seitens der Universität Salzburg bereits Klima-Messstationen in verschiedenen Höhenstufen. Dadurch liegen hier bereits Datenreihen über mehrere Jahre vor. Zusätzlich werden diese Klima-Messstationen durch das Anbringen von Mikroklima-Stationen im Untersuchungsgebiet ergänzt. Im Riedingtal sind Höhenstufen vom hochmontanen bis zum subalpinen und alpinen Bereich zu finden. Ziel des Projektes ist es, die besonderen heilklimatologischen Gunstlagen im Riedingtal herauszuarbeiten und auch die aktuellen Veränderungen im Landschaftshaushalt näher zu untersuchen, wobei die „Mensch – Umwelt – Interaktion“ einen wesentlichen Beitrag leistet.

 

Der Wald ist neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen in beiden Naturparken ein stark das Landschaftsbild prägendes Element. Viele Menschen, die sich im Naturpark bewegen, stellen unterschiedliche Ansprüche an ihn. Für den Waldeigentümer steht häufig die Nutzfunktion im Vordergrund, für den Touristen zählt die Erholung. Zusätzlich bietet der Wald Schutz vor Erosionen und hat in beiden Regionen wichtige Auswirkungen auf das Klima. Sowohl im Naturpark Thüringer Wald wie auch im Riedingtal nimmt die Waldfläche immer mehr Platz ein. Geprägt sind beide Gebiete durch die Baumart „Fichte“. Während im Riedingtal vorwiegend die Almflächen verwalden, sind im Thüringer Wald hauptsächlich die Täler betroffen. Vor allem in Naturpark Thüringer Wald leidet der Wald zunehmend unter Trockenheit und Borkenkäferkalamitäten. Die ersten Folgen des Klimawandels sind bereits spürbar und wirken sich stark auf das Projektziel „Heilklima“ aus. In Zukunft wird die Aufgabe der Waldbesitzer darin liegen, einen an das Klima angepassten, stabilen Wald zu realisieren. Dadurch wird es auch zu Veränderungen im Landschaftsbild kommen. Ein besonderes Vorhaben ist eine gute Kommunikation zwischen Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus.

 

Das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) aus Jena analysiert die besonderen (bio-)klimatischen Bedingungen der Kammregionen im Naturpark Thüringer Wald. Ziel ist es, den bioklimatischen Charakter dieser Regionen zu definieren und dessen Auswirkungen auf das (Heil-)Klima herauszustellen. Die Kammregionen des Thüringer Waldes sind in einem hohen Maße von einer fortschreitenden klimatischen Änderung und einem Landnutzungswandel betroffen. Nur im Kontext dieser Problematiken kann die Thematik Heilklima in den Kammregionen des Thüringer Waldes wissenschaftlich untersucht werden.

In der ersten Projektphase werden die vorhandenen Klimamessdaten aller Messnetzbetreiber erfasst und auf ihre Anwendbarkeit für das Projekt geprüft. Im Projektverlauf werden weitere Messstationen durch die Firma Metes technology GmbH (Kyffhäuserland/Bendeleben) ergänzt, die der Untersetzung der Bewertungsgrundlage für das Heilklima im Thüringer Wald dienlich sind. Im Riedingtal sind bereits Klimastationen in verschiedenen Höhenlagen vorhanden, diese werden durch Mikroklimastationen in ausgewählten Thüringer-Wald-Tälern erweitert.

 

Basierend auf den erfassten Klimadaten und entsprechenden Analysen gilt es Handlungsempfehlungen zu erstellen. Ziel ist es, eine detaillierte Auswertung der Klimadaten im Naturpark Thüringer Wald und Naturpark Riedingtal in Bezug auf Landnutzung, Tourismus und Naturschutz im Kontext zur Thematik Heilklima zu erarbeiten. Dazu wird in enger Kooperation der Universität Salzburg und ThINK das Heilklima in beiden Regionen nach einheitlichen Indikatoren bewertet und die Gemeinsamkeiten sowie die individuelle heilklimatische Charakteristik jeder Region hervorgehoben. Das gemeinsame Bearbeiten der Teilergebnisse und die Auswertung als Zusammenschau beider Regionen in Form von Veröffentlichungen und Präsentationen unter Einbindung der örtlichen Bevölkerung (Stammtische) zur Vermittlung der Ergebnisse sind vornehmlicher Bestandteil der Projektarbeit.


Fachkontakt Projektträger:

Dipl. agr. Ing. FLORIAN MEUSEL
Geschäftsführer Naturpark Thüringer Wald e.V.
Vorsitzender Landschaftspflegeverband Thüringer Wald e.V.
Stellv. Bundesvorsitzender Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL)
Verantwortlicher i.S.d. Presserechts
Tel.: 036704/7099-0, Mobil: 0171 / 9904719
E-Mail: f.meusel@naturpark-thueringer-wald.de

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