Leerstände sind oft ein stilles Thema – sichtbar, aber selten im Fokus. Genau hier setzt das Projekt „Gefüllte Leerstände vor den Vorhang“ an: Es macht jene Entwicklungen sichtbar, bei denen sich etwas bewegt. Ein aktuelles Beispiel dafür findet sich im Gewerbegebiet in St. Michael im Lungau: Dort zeigt sich gerade, dass selbst größere Flächen wieder neue Perspektiven bekommen können.
Große Flächen, große Herausforderungen
Gerade die großzügigen Flächen von rund 600 Quadratmetern machen die Vermietung spannend. Für kleine, lokale Betriebe sind sie oft schlicht zu groß, während nur große Handelsketten die Einheiten wirtschaftlich nutzen können. Im Lungau eine Herausforderung, aber gleichzeitig eine Chance: Wer die richtigen Ideen hat, kann genau hier neue Perspektiven schaffen.
Neueröffnung: NKD bringt frischen Betrieb in die Zeile
Im Herbst ist mit NKD neues Leben in einen Teil der Ladenzeile eingezogen. Die ursprünglich sehr großzügig geplante Fläche wurde dabei neu gedacht und teilweise genutzt – ein Ansatz, der sich als funktionierend erwiesen hat.
Mit der Eröffnung ist nicht nur ein Leerstand verschwunden, sondern auch wieder mehr Frequenz in die Zeile gekommen. Gerade solche Entwicklungen sind entscheidend, um Standorte langfristig attraktiv zu halten und weitere Nutzungen zu ermöglichen.
Temporäre Nutzung, nachhaltiger Effekt
Auch ein weiterer Leerstand in der Zeile wird bald gefüllt werden – diesmal mit einem Ziviltechnikerbüro, das die Fläche für mehrere Jahre nutzt.
Solche Lösungen entstehen aktuell vermehrt im Zusammenhang mit den geplanten Bauarbeiten auf der A10. Unternehmen suchen gezielt nach Standorten auf Zeit – und bringen damit Bewegung in Flächen, die zuvor leer standen.
Was dabei besonders auffällt: Nicht jede Nutzung muss sofort dauerhaft sein, um Wirkung zu zeigen. Auch temporäre Belebung schafft Sichtbarkeit, Frequenz und neue Dynamik vor Ort.
Kleine Schritte mit großer Wirkung
Die Entwicklungen in St. Michael machen deutlich, dass es oft keine großen, spektakulären Lösungen braucht. Vielmehr sind es angepasste Konzepte, flexible Zugänge und konkrete Umsetzungen, die Leerstände Schritt für Schritt reduzieren.
Oder, wie es im Gespräch treffend formuliert wurde:
„Ideen gibt es viele – entscheidend ist, dass sie auch jemand umsetzt.“
Wer genau hinschaut, merkt: Leerstände sind nicht für immer leer. Bewegung, Ideen und Engagement können selbst ruhende Flächen wieder lebendig machen. Die aktuellen Entwicklungen in St. Michael zeigen, dass selbst große, zunächst schwierige Einheiten Potenzial haben. Schritt für Schritt entsteht wieder Leben in der Gewerbezeile – und mit jeder neuen Nutzung eröffnen sich Chancen für die gesamte Umgebung.
Dieser Artikel wurde im Rahmen des Projekts „Leerstandsmanagement Lungau“ erstellt, das durch die AMA-Förderung 77-04 unterstützt und kofinanziert wird. Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union (EU-Bund-Land-kofinanziert).



