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Coffee for Future

Gemeinsam für Klimaschutz & fairen Handel!

Biokaffeebauer Pedro Díaz Montejo aus Mexiko war am 30.September 2019 zu Gast im Lungau und berichtet über das Leben der Kleinbauernfamilien am Rande des Urwaldgebietes Selva Lacandona. Nach einer gemeinsamen Wanderung rund um den Prebersee mit dem Gast aus Mexiko wurde am Abend zu einem Vortrag von Pedro Díaz Montejo von der Produzentenorganisation SPOSEL aus Mexiko beim Biohof Sauschneider in St. Margarethen eingeladen.


Zum Projekt "Coffee for Future"

Mit COFFEE FOR FUTURE erweitern EZA Fairer Handel und Weltläden ab Oktober ihr biofaires Kaffeesortiment. Klimaschutz und Fairer Handel gehen dabei Hand in Hand. Mit an Bord ist auch das Klimabündnis Österreich.

Der neue COFFEE FOR FUTURE verbindet biofairen Arabica Hochlandkaffee von Kleinbauerngenossenschaften in Mexiko und Uganda mit zusätzlichen Klimaschutzmaßnahmen, die aus einer EZA-Klimaschutzprämie finanziert werden. Die Mitglieder der mexikanischen Kleinbauernorganisation SPOSEL kultivieren ihre Kaffeesträucher unter Schattenbäumen, eingebettet in die natürliche Umgebung der Selva Lacandona, einem artenreichen Urwaldgebiet. „So tragen wir dazu bei, den Urwald zu erhalten, denn er speichert Kohlendioxid und versorgt uns mit der Luft zum Atmen. Zusätzlich forsten wir Weideflächen mit einheimischen Bäumen wieder auf,“ erklärt Bio-Bauer Pedro Díaz Montejo.  Damit tragen die Kleinbauernfamilien zum Schutz des sensiblen Ökosystems bei.

Auch die Genossenschaft BOCU aus Uganda am Fuß des Rwenzori-Gebirges setzt sich für einen achtsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein. Bio-Landbau ist dafür die Basis. Zusätzlich engagiert sich die Kooperative für den Bau von Holzsparöfen. Das nützt besonders Frauen und Kindern. “Damit reduzieren wir den Verbrauch von Feuerholz und die gesundheitsschädliche Rauchentwicklung in den Häusern,“ erklärt Josinta Kabugho, Geschäftsführerin der Genossenschaft.

Beide hochwertigen Kaffeesorten ergeben zusammen COFFEE FOR FUTURE: biologisch angebaut, fair gehandelt und von EZA Fairer Handel direkt importiert.

Durch die direkte Zusammenarbeit mit EZA Fairer Handel profitieren die Kooperativen von Preisen, die mehr als doppelt so hoch sind wie der aktuelle Weltmarktpreis für Arabica-Hochlandkaffeees. “Wenn wir von Klimaschutz sprechen, können wir die sozialen Bedingungen nicht ausklammern,” so Schlehuber. “Die Klimakrise verschärft auch soziale Ungerechtigkeit. Deshalb gehören Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit zusammen.”

Pedro Díaz Montejo, Bio Bauer der mexikanischen Kaffeekooperative SPOSEL und Josinta Kabugho, Geschäftsführerin der ugandischen Kaffeekooperative BOCU sind von 28.9. bis 9.10 zu Gast in Österreich und berichten in zahlreichen Veranstaltungen über ihre Arbeit, die Herausforderungen des Klimawandels und über Fairness im Handel.

Unsere PartnerInnen im Globalen Süden leisten große Anstrengungen, um die Klimakrise, die sie am wenigsten verursacht haben, und deren Folgen zu bewältigen. Sie setzen wirksame Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Durch Fairen Handel und das Eintreten für eine mutige Klimapolitik bei uns können wir sie unterstützen. Das nützt uns allen.

Andrea Schlehuber
Geschäftsführung EZA Fairer Handel
Im Bild mit den Produzenten Josinta & Pedro

 

Karin Hörmanseder
Projektkoordination FAIRTRADE-Gemeinden Salzburg

Starkes Bündnis für mehr Gerechtigkeit

Mit an Bord bei der Lancierung des COFFEE FOR FUTURE sind Österreichs Weltläden und das Klimabündnis Österreich. „Die fair gehandelten Produkte der EZA zeigen auf anschauliche und genussvolle Art, wie unser Motto - global denken, lokal handeln – gelebt werden kann,“ sagt Klimabündnisgeschäftsführer Markus Hafner Auinger.

„Eine klimagerechte Zukunft braucht ein starkes Bündnis, damit möglichst viele Hebel in Bewegung kommen, die uns diesem Ziel näher bringen. Gemeinsam schaffen wir Verbindungen zwischen Menschen über die Kontinente hinweg, die sich dafür engagieren, dass unsere Welt ein lebenswerter Ort für alle wird und eine gute Zukunft hat, “ bekräftigt EZA Geschäftsführerin Andrea Schlehuber.

SPOSEL, Mexiko

Die Kleinbauernkooperative SPOSEL (Vereinigung der Bio-ProduzentInnen der Selva Lacandona) wurde 2004 gegründet. Sie umfasst heute rd. 370 Mitglieder. Die Familien leben verteilt auf 25 Dorfgemeinschaften der Region Ocosingo im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, einem der ärmsten Gebiete des Landes. Mehrheitlich sind sie indigener Abstammung und Angehörige der Choles und Tzeltales.

Durchschnittlich bewirtschaften sie kleine Flächen von 1,5 Hektar Land mit Kaffee. Zusätzlich werden Mais, Bohnen und andere Feldfrüchte für den Eigenbedarf angebaut, manche produzieren auch Bio-Honig, pflanzen Zierpalmen oder halten Vieh.
Erklärtes Ziel der Kooperative ist es, die Lebensbedingungen der Mitglieder zu verbessern und dabei die Biosphären Reservate des lacandonischen Urwaldes (Naha Metzabok und Aguas Azules), an dessen Rändern sie wirtschaften, zu schützen. In dieser Pufferzone zu den geschützten Gebieten setzen sie auf die Produktion hochwertigen Arabica-Kaffees, kultiviert unter Schattenbäumen und eingebettet in die natürliche Umgebung des Urwaldes.
Die Zusammenarbeit der Genossenschaft mit EZA Fairer Handel sorgt dafür, dass sie ihr Produkt zu deutlich besseren Bedingungen verkaufen können, als dies im konventionellen Handel der Fall ist.
Die EZA bezahlt zum garantierten Mindestpreis, der Fairtrade-Prämie und der Bio-Prämie eine Qualitätsprämie sowie eine zusätzliche Klimaschutzprämie direkt an die Genossenschaft. Insgesamt erhält die Genossenschaft von der EZA damit mehr als das Doppelte des aktuellen Weltmarktpreises für gewaschene Arabica Kaffees der Sorte “Other Milds”.
Die Klimaprämie fließt in ein von SPOSEL koordiniertes Wiederaufforstungs-programm. Auf rund 300 Hektar Land (1 Hektar pro Mitglied) werden in einer ersten Etappe rd. 15.450 lokal heimische Baumarten gepflanzt. Dazu wird zunächst der Bedarf bei den einzelnen Genossenschaftsmitgliedern erhoben, danach werden Baumschulen in der Nähe des aufzuforstenden Gebietes angelegt, jedes Mitglied soll daraus 50 Pflanzen gewinnen. Diese sollen vor allem auf Flächen ausgepflanzt werden, die als Weideland genutzt werden, mit dem Ziel, auch diesen Teil der landwirtschaftlichen Aktivitäten nachhaltiger zu gestalten und die Artenvielfalt um die geschützten Zonen herum zu stärken. Begleitet wird das Programm von Weiterbildungen für die Mitglieder.
Die Kooperative SPOSEL ist seit 2014 Partnerorganisation der EZA Fairer Handel und ist bio- und Fairtrade-zertifiziert.

Bio-Kaffeebauer Pedro Díaz Montejo aus Mexiko zu Gast

Pedro Díaz Montejo (44) ist Bio-Kaffeebauer und ausgebildeter Agrartechniker. Er absolvierte zahlreiche Weiterbildungen zu Aspekten des Bio-Landbaus und einer klimafreundlichen Land- und Forstwirtschaft. Seit 2014 arbeitet er als Generalsekretär der Kleinbauerngenossenschaft SPOSEL. Von 28. September bis 9. Oktober tourt er auf Einladung von EZA Fairer Handel und Weltläden durch Österreich.
Díaz Montejo bewirtschaftet 7 Hektar Land, zwei davon mit Kaffee. Darüber hinaus pflanzt er Mais, Bohnen, Kürbis und gewinnt auch wildes, essbares Gemüse wie Brombeerkraut und Portulak auf seinem Land.
„Der Klimawandel hat das Wetter verändert. Die Regenzeiten sind nicht mehr so wie früher, es gibt nun mehr Trockenperioden und rasche, unvorhersehbare Wetterwechsel. Das alles wirkt sich auf die Ernte aus. Wir verlieren beim Mais und bei den Bohnen, haben mit mehr Pflanzenkrankheiten zu kämpfen, auch beim Kaffee, zum Beispiel durch die Roya, den Kaffeerost. Die Erntezeit des Kaffees hat sich verschoben, sie startet früher. Das Trinkwasser wird knapper, Flüsse und Lagunen beginnen auszutrocknen wie zum Beispiel die Lagune Puerto Bello Metzabok.“

„Als Kleinbauernorganisation kultivieren wir unsere Kaffeesträucher unter Schattenbäumen, eingebettet in die natürliche Umgebung. So tragen wir dazu bei, den Urwald zu erhalten, denn er speichert Kohlendioxid und versorgt uns mit der Luft zum Atmen. Wir forsten Weideflächen mit einheimischen Bäumen wieder auf. Auf unseren Parzellen gibt es eine große Vielfalt an Pflanzen, darunter Orangenbäume, Bananenstauden, Ananas, Pacaya (eine Palmenart), Chili. Wir verwenden keine Chemie, weder beim Kaffee noch sonst wo. Und wir versuchen auch, Bewusstsein bei den nicht organisierten Bauern und Bäuerinnen zu schaffen, damit sie auf Chemie verzichten.“

Kaffeegenossenschaft BOCU, Uganda

Die Kleinbauernkooperative BOCU (Bukonzo Organic Farmers Cooperative Union) hat ihren Sitz in Kasese im Westen Ugandas, am Fuße des Rwenzori Gebirges. Sie entstand 2006 mit dem Ziel, die biologische Landwirtschaft zu fördern. Der Dachverband besteht heute aus 11 Basiskooperativen mit insgesamt rd. 3000 Mitgliedern, zwei Drittel davon bereits bio-zertifiziert, der Rest in Umstellung. 2013 erlangte BOCU die Fairtrade-Zertifizierung.
Die Mitglieder gehören der Volksgruppe der Bakonzo an und bewirtschaften zwischen 0,5 und 3 Hektar Land. Kaffee ist dabei das wichtigste Produkt, um Geldeinkommen zu erzielen. Auf ihrem Land kultivieren die Kleinbauernfamilien auch eine Reihe weiterer Feldfrüchte wie Bananen, Bohnen, Sojabohen, Maniok, Cassava, Erdnüsse oder Süßkartoffel.
Die direkte Handelspartnerschaft von BOCU mit EZA Fairer Handel wurde 2018 vorbereitet. Im Zuge dessen entstand in einem partizipativen Prozess die Idee der Holzsparöfen als zusätzliche Klimaschutzmaßnahme und konkrete Verbesserung der Lebenssituation der involvierten Mitglieder.
In Uganda leben 87% der Menschen auf dem Land, mehrheitlich wird Holz zum Kochen verwendet. Durch die einfachen und offenen Feuerstellen in den Häusern sind vor allem Frauen beim Kochen einer hohen Rauchentwicklung ausgesetzt. Das Holz muss davor gesammelt werden – eine Arbeit, die sowohl Frauen als auch Kinder erledigen.
In einem ersten Schritt führte die Genossenschaft deshalb gemeinsam mit der ugandischen NGO Rural Familiy Care Versammlungen in den involvierten Dörfern durch. Die verschiedenen Öfen, deren Verbrauch von Holz bzw Kohle und deren Kochzeit wurde demonstriert. Insgesamt wurden 12 solcher Versammlungen unter reger Beteiligung abgehalten. Kochdemonstrationen zeigten die Vorteile der neuen Holzsparöfen konkret auf. Dabei konnte vor allem bei Jugendlichen das Interesse an den verbesserten Öfen geweckt werden. 15 Jugendliche wurden darin geschult, beim Aufbau der neuen Öfen mitzuwirken. Gleichzeitig trugen sie zur Sensibilisierung der Menschen in ihrem Umfeld bei, was den Umstieg von der traditionellen Kochweise auf die verbesserte und angepasste Technologie erleichtern sollte.
Die Dorfgemeinschaften beteiligten sich mit eigener Arbeitsleistung und lokal verfügbarem Material wie gebrannte Lehmziegel, Erde und Wasser an den Bauarbeiten.
Die ersten Erfahrungen bei der Umsetzung des Projekts sind durchwegs positiv. Die involvierten Mitglieder und deren Umfeld nahmen die umweltfreundlicheren Holzsparöfen, die einfach im Aufbau und in der Handhabung sind, gut auf. Auf Gemeindeebene wurde der Wunsch geäußert, diese angepasste Technologie weiter auszubauen, da sie u.a. dem Schutz der eigenen Wälder dient. Zum Kochen wird weniger Holz benötigt, es entsteht weniger Rauch. Das hat auch gesundheitliche Vorteile.
Die ersten 400 Holzsparöfen konnten durch die Klimaschutzprämie der EZA bereits realisiert werden. Sie sind als Pilotprojekt zu verstehen, das weiter ausgebaut werden soll, um zukünftig alle Mitglieder der Kooperative mit den neuen Öfen zu versorgen.

Josinta Kabugho von der ugandischen Kooperative BOCU zu Gast

Josinta Kabugho (45) ist seit 2007 Geschäftsführerin der Kleinbauernkooperative BOCU. 2014 ist sie der Kooperative auch als Mitglied beigetreten. Neben ihrer Hauptbeschäftigung als Geschäftsführerin betreibt sie eine kleine Landwirtschaft. Auf rund einem halben Hektar gedeiht Kaffee in Mischkultur in Kombination mit Schattenbäumen wie Bananenstauden.
Kabugho absolvierte Ausbildungen im Bereich lokale Verwaltung und Menschenrechte, Organisations- und Qualitätsmanagement, Bio-Landbau und Wertschöpfungsketten. Von 28. September bis 9. Oktober tourt sie auf Einladung von EZA Fairer Handel und Weltläden durch Österreich.
„Kaffee macht in Uganda rund 20-30 Prozent der Exporteinnahmen aus. Das Produkt ist also sehr wichtig für unsere Wirtschaft und vor allem für die Kleinbauern und -bäuerinnen. Denn sie sind es, die 90 Prozent des ugandischen Kaffees produzieren. Das Leben dieser Menschen ist sehr verwundbar und der Klimawandel wird diese Verwundbarkeit noch verstärken.“
„Durch den Klimawandel werden zukünftig die Flächen für den Anbau von Arabica Hochlandkaffee dramatisch zurückgehen. Die Einnahmeverluste, die daraus entstehen, werden in die Millionen US Dollar gehen. Deshalb müssen dringend Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden, um diese Rückgänge abzufedern.“
„Bauern und Bäuerinnen in der Region Kasese stellen fest, dass Trockenperioden länger dauern, Regenfälle werden unverlässlicher. Das wirkt sich auf die Kaffeeblüte aus, auf die Entwicklung der Kaffeekirsche und letztlich auf den Gesamtertrag aus einer Kaffeeparzelle. Gleichzeitig scheint es, dass die Kaffeesträucher stärker von Krankheiten und Schädlingen befallen werden als früher.“
„Bei BOCU versuchen wir, durch unsere landwirtschaftliche Praxis, den Auswirkungen des Klimawandels beizukommen. Die Schattenbewirtschaftung der Parzellen ist wichtig. Dadurch reduzieren wir die Temperatur, die auf die Kaffeesträucher einwirkt, gleichzeitig gewinnen die Familien zusätzliches Einkommen und Essen, indem etwa Bananenstauden als Schattenpflanzen kultiviert werden. Schattenbewirtschaftung muss man aber auch lernen, damit die verschiedenen Pflanzen nicht in Konkurrenz zueinander treten. Hier beraten wir von BOCU unsere Mitglieder.
Der Bau von Holzsparöfen, den wir mit Unterstützung der EZA durchführen, ist eine weitere Maßnahme, wie wir den Herausforderungen des Klimawandels begegnen wollen. Damit reduzieren wir den Verbrauch von Feuerholz und die gesundheitsschädliche Rauchentwicklung in den Häusern.“

Die EZA Fairer Handel GmbH wurde 1975 in Salzburg gegründet und brachte damit den Fairen Handel nach Österreich. Sie bietet das breiteste Sortiment an Waren aus Fairem Handel. Fairer Handel bestimmt die gesamte Unternehmenspolitik.

Mit ihren Handelspartnerschaften setzt sich die EZA
• für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung ein,
• fördert ökologische Produktionsweisen,
• schafft Marktzugänge für Kleinbauernorganisationen und HandwerkerInnen,
• gewährleistet Transparenz in den Herstellungs- und Handelsbedingungen,
• betreibt Informations- und Bildungsarbeit zum Fairen Handel.

Im Geschäftsjahr 2017/2018 erreichte die EZA einen Gesamtumsatz von 16 Millionen Euro.

Kaffee ist das stärkste Produkt des Unternehmens. Er steht für 40 Prozent des Umsatzes. Alle Arabica Hochlandkaffees der EZA sind fair gehandelt, Fairtrade- und bio-zertifiziert. Mit den Kleinbauerngenossenschaften werden langjährige Handelsbeziehungen aufgebaut.

Meilensteine der EZA-Kaffeegeschichte

1976: Der erste fair gehandelte Kaffee von guatemaltekischen Kleinbauernorganisationen kommt auf den österreichischen Markt
1988: Kaffee Orgánico ist Österreichs erster Kaffee aus Fairem Handel UND biologischem Anbau.
1993: Als erstes österreichisches Unternehmen lässt die EZA ihre Kaffees
Fairtrade besiegeln (damals noch TransFair).
2015: Kaffee Adelante – der erste Kaffee aus Frauenhand – wird lanciert.
Kleinbäuerinnen, die sich für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung einsetzen, werden dadurch gestärkt.
2019: Der erste EZA-Kaffee wird mit dem Segelschiff über den Atlantik transportiert: „Segelkaffee – special & limited“.
2019: Coffee for Future verbindet mexikanische und ugandische Bio-Arabica-Qualität mit zusätzlichem Engagement für Klimaschutz.

Kooperation Klimabündnis , EZA Fairer Handel, Weltläden

Die EZA ist seit 2001 Klimabündnisbetrieb und tritt als Unternehmen aktiv für Klimaschutz ein.

Andrea Schlehuber, Geschäftsführung EZA Fairer Handel
„Eine klimagerechte Zukunft braucht ein starkes Bündnis, damit möglichst viele Hebel in Bewegung kommen, die uns diesem Ziel näher bringen. Dabei schaffen wir Verbindungen zwischen Menschen über die Kontinente hinweg, die sich dafür engagieren, dass unsere Welt ein lebenswerter Ort für alle wird und eine gute Zukunft hat.“

Preispolitik der EZA Fairer Handel und Weltmarktpreis

• Basisreferenz für die EZA-Zahlungen an die Kooperativen ist das Fairtrade Schema. Damit garantiert die EZA Fairer Handel ihren KaffeeproduzentInnen einen festgesetzten Mindestpreis von US$ 140,- pro Sack (45,4kg) gewaschener Arabica-Kaffeebohnen.
• Zusätzlich zum garantierten Mindestpreis wird von EZA die sogenannte Fairtrade Prämie in der Höhe von US$ 20,- pro Sack entrichtet. Dazu kommt eine Bio-Prämie von US$ 30,- pro Sack.
• Über die durch das Fairtrade System vorgeschriebenen Zahlungen hinaus leistet die EZA Fairer Handel zusätzliche Prämien an die Kooperativen. Beim COFFEE FOR FUTURE erhalten die Kooperativen neben einer zusätzlichen Qualitätsprämie eine Klimaschutzprämie, die in Wiederaufforstung und den Bau von Holzsparöfen fließt.
• Sollte der Weltmarktpreis über den garantierten Mindestpreis steigen, wird automatisch der Weltmarktpreis als Basis herangezogen. In diesem Fall werden auf diesen sämtliche Prämien aufgeschlagen.
• Der Weltmarktpreis für Kaffee liegt aktuell deutlich unter dem garantierten Mindestpreis und bewegt sich 30 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Mit einer Dezember-Notierung von knapp über 100 US Dollar pro Sack für Arabica Hochlandkaffees ist kostendeckendes Produzieren für die Kaffeebauernfamilien nicht möglich.
• Die EZA Fairer Handel bezahlt demgegenüber für die Provenienzen des Coffee for Future mehr als das Doppelte.

Die EZA orientiert sich als Gesamtunternehmen an den 10 Prinzipien der internationalen World Fair Trade Organisation WFTO, deren Einhaltung extern überprüft wird. Sie sind die Grundlage dafür, wie mit den HandelspartnerInnen zusammengearbeitet wird.
Bei FAIRTRADE-besiegelten Produkten der EZA gelten zusätzlich die von FAIRTRADE International festgelegten Standards als verbindliche Basis der Zusammenarbeit und werden von FLO-Cert GmbH. kontrolliert.

Wofür steht COFFEE FOR FUTURE?

o hohe Arabica Bohnenqualität aus Uganda und Mexiko
o kleinbäuerliche Produktion
o biologischer Anbau
o direkter, fairer und partnerschaftlicher Handel zwischen den Genossenschaften und EZA Fairer Handel
o unabhängige Kontrolle (Fairtrade- & bio-zertifiziert)
o sorgfältige Weiterverarbeitung
o Alufreiheit der Verpackungen
o Transparenz in der gesamten Herstellungskette
o zusätzliche Klimaschutzprämie für Wiederaufforstung und Holzsparöfen
o Nachvollziehbarkeit bis zu den Ursprungskooperativen
o Informationen über die Kleinbauerngenossenschaften, deren Rohkaffee verarbeitet wird: www.eza.cc/coffeeforfuture
o Engagement für Klimaschutz und Fairness im Handel über die Kontinente hinweg

Das Gesamtsortiment der EZA umfasst Lebensmittel (90 Prozent in Bio-Qualität), Handwerksartikel, Modeaccessoires, Bekleidung (EZA Marke Anukoo) und Bio-Kosmetik (EZA Marke BIOSFAIR).

Dahinter stehen rund 140 Partnerorganisationen aus über 50 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Mehrheitlich arbeitet die EZA mit Kleinbauernvereinigungen und Zusammenschlüssen von HandwerkerInnen bzw. deren Vermarktungsorganisationen sowie sozial engagierten Betrieben zusammen.

Die breiteste Auswahl an EZA-Produkten findet man in den österreichischen Weltläden - den Fachgeschäften für Fairen Handel. Sie machen knapp 30 Prozent des EZA-Umsatzes aus.

Neben den heute 84 unabhängigen Weltläden betreibt und beliefert das Unternehmen drei eigene Weltläden (Wien 1010, Am Lichtensteg 1; Wien 1080, Lerchenfelderstr. 18-24; Stadtzentrum Salzburg, Linzergasse 64).

Darüber hinaus beliefert die EZA den Lebensmitteleinzelhandel (knapp 35 Prozent des Umsatzes), den Naturkostfachhandel und Institutionen. EZA-Produkte sind mittlerweile an rund 3500 Verkaufsstellen in ganz Österreich, darunter die großen Supermarktketten, erhältlich. Dazu kommen Verkäufe an Organisationen des Fairen Handels in EU-Ländern und der Schweiz sowie über den EZA-Onlineshop.

Seit Juli 2005 arbeitet die EZA am Standort in Köstendorf-Weng, 25 Kilometer nördlich der Stadt Salzburg. Das Logistikzentrum beherbergt Lager, Büros und einen Verkaufsraum und wurde im Niedrig-Energie-Haus-Standard errichtet. Es erhielt dafür den Landesenergiepreis Salzburg 2005, den Energy Globe Salzburg 2005 sowie den Energy Globe Austria 2005 Kategorie Erde. Im September 2019 wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes in Betrieb genommen– ein Projekt mit BürgerInnenbeteiligung in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energie Genossenschaft.

Die EZA ist Klimabündnisbetrieb und Mitglied der Plattform "Clean Clothes Kampagne". Als Mitglied der EFTA-European Fair Trade Association und Mitglied der WFTO-World Fair Trade Organisation ist sie aktiver Teil eines internationalen Netzwerkes zum Fairen Handel.

Rückfragen an:
EZA Fairer Handel GmbH, Andrea Reitinger, Wengerstr. 5, 5203 Köstendorf, Tel: 06216 20200-24, M: 0664 8545088; Mail: andrea.reitinger@eza.cc

Das Klimabündnis Österreich ist das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Österreichs. Die Organisation setzt lokale Klimaschutz-Initiativen und schützt gleichzeitig den Amazonas-Regenwald. Und das bereits seit 1990.
Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Klimas und verbindet mittlerweile mehr als 1.700 Gemeinden in 26 Ländern Europas mit indigenen Völkern in Südamerika.

Die gemeinsamen Ziele:
• Verringerung der Treibhausgas-Emissionen und
• Erhalt des Amazonas-Regenwaldes.

Größtes Klimaschutz-Netzwerk in Österreich
Das Klimabündnis ist kontinuierlich gewachsen und umfasst

• 980 Klimabündnis-Gemeinden
• 1.200 Klimabündnis-Betriebe
• 600 Klimabündnis-Schulen & -Kindergärten sowie
• alle 9 Bundesländer.

Das Klimabündnis betreut mit acht Regionalstellen Gemeinden, Schulen, Kindergärten und Betriebe in ganz Österreich. Kern der Klimabündnis-Arbeit sind Information und Bewusstseinsbildung, Vernetzung und Weiterbildung sowie die Durchführung von Projekten und Kampagnen in den Bereichen Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und Klimawandelanpassung.
Einzigartige globale Klimaschutz-Partnerschaft
Einzigartig in Europa ist die langfristige Zusammenarbeit mit ausgewählten Regionen im Amazonasgebiet. Seit 1993 unterstützt das Klimabündnis Österreich die FOIRN (Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro), den Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro in Brasilien ideell, politisch und finanziell. Im Vordergrund steht die Bewusstseinsbildung in Österreich. Ein klimagerechter Lebensstil senkt nicht nur die Treibhausgas-Emissionen in Europa, sondern verringert auch den Druck auf die Regenwälder.

Die größten Erfolge der Klimabündnis-Partnerschaft:
• Schutz von 135.000 km² Regenwald in Amazonien
• die FOIRN erhielt in mehreren Stufen von der brasilianischen Regierung die Landrechte für ein Gebiet, das 1,6 Mal so groß wie Österreich ist.

Ebenso langfristig und erfolgreich ist auch die Partnerschaft der Klimabündnis-Gemeinden und des Bundeslandes in Vorarlberg mit der Region Chocó in Kolumbien. Diese besteht seit 1993.
Von 1990 bis heute
Das Klimabündnis wurde 1990 in Frankfurt am Main zwischen VertreterInnen aus zwölf Kommunen (aus Ö, D & CH), Delegierten von sechs indigenen Organisationen sowie VertretreterInnen 15 weiterer Organisationen (Universitäten, NGOs, etc.) gegründet. Parallel zum Aufbau des European Secretariat des Klimabündnis in Frankfurt am Main entstanden in mehreren Ländern auf regionaler bzw. nationaler Ebene Koordinationsstellen. Mittlerweile ist das Klimabündnis in 26 Ländern Europas aktiv.

Kooperation mit EZA Fairer Handel

Markus Hafner-Auinger, Geschäftsführer des Klimabündnis Österreich:
„Unser Motto - global denken, lokal handeln – passt auch perfekt zur Kooperation mit EZA Fairer Handel. Schon in den Anfängen des Klimabündnis haben wir fair gehandelte Produkte über die EZA bezogen und damit den Menschen anschaulich und auf eine genussvolle Art gezeigt, wie dieses Motto gelebt werden kann. Fairer Kaffee war eines der ersten Produkte, das auf unseren österreichweiten Touren durch die Klimabündnis-Gemeinden ein fixer Bestandteil war. Der Coffee for Future schreibt diese Geschichte weiter.“

Rückfragen zum Klimabündnis:
Mag. Hannes Höller, MA
M: 0664/8539409
presse@klimabuendnis.at

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