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BG Tamsweg – Ausflug ins Saumoos

Bild: Blick ins Zentrum des Hochmoores
© C. Leutgeb / Schutzgebietsbetreuung Lungau

Zwischen Bulten und Schlenken –
Ein spannender Ausflug ins Saumoos!

Was um Himmels Willen sind denn Bulten und Schlenken?!

Das und vieles mehr konnte bei einer kurzweiligen Exkursion der 3. Klasse vom Gymnasium Tamsweg in den Geschützten Landschaftsteil Saumoos gemeinsam mit der Schutzgebietsbetreuerin Clara Leutgeb geklärt werden. Aber halt, nicht so schnell, vor der Praxis gab es doch noch ein bisschen Theorie: Zuvor wurde nämlich ein Vortrag in der Schule abgehalten, der die SchülerInnen über Naturschutz, Artenvielfalt und Gebietsbetreuung vorab aufklärte. Was auf den ersten Blick etwas trocken wirken mag, ist im Detail plötzlich sehr interessant: Wozu brauchen wir Artenvielfalt überhaupt, was genau heißt Biodiversität, und wer bestimmt wo Schutzgebiete sind? Und in Bezug aufs Saumoos: Was ist überhaupt ein Hochmoor, warum sind sie so wichtig, welche besonderen Tiere kann man dort finden, und was, es gibt fleischfressende Pflanzen?! Ja, die gibt es, zum Beispiel den Rundblättrigen Sonnentau, der auch im Saumoos auf den Bulten gedeiht. Da sind sie wieder, die Bulten – kleine, meist trockene Erhebungen im Moor, die über die wassergefüllten Schlenken emporragen, und so ein eng verzahntes Mosaik aus Extremstandorten bilden. Nur Spezialisten und „Hungerkünstler“ können sich in einem solchen Lebensraum behaupten, aber der Natur mangelt es nicht an Kreativität!

Ein Abstecher zur alten Torfhütte und der Blick in den Ostteil des Schutzgebietes verdeutlichte den SchülerInnen auch, was es bedeutet, wenn Hochmoore abgebaut werden. Glücklicherweise wurde das Saumoos aber renaturiert, weshalb sich der Torfkörper erholen konnte und die riesige CO2-Senke wieder aktiven Klimaschutz betreiben kann. Aber nicht nur das Hochmoor selbst war sehenswert – in einer dem Schutzgebiet vorgelagerten Extensivwiese konnte sogar noch ein Braunkehlchen gesichtet werden! Dieser mittlerweile sehr seltene Wiesenvogel ist ein Bodenbrüter, der sich im Lungau noch stellenweise behaupten kann, wenn spät gemäht wird und Altgrasstreifen zum Brüten belassen werden. Aber jetzt ist der Vogel schon längst in Zugstimmung – es geht auf nach Afrika, wo sich das Klima freundlicher und die Nahrung üppiger gestaltet. Was dieser Tage auch für uns ganz gut nachvollziehbar ist…

Hoffentlich bleibt den Jugendlichen diese seltene Begegnung und ein wunderschöner Wandertag noch lange in Erinnerung!

 


 

 

Für die meisten war nicht nur das Braunkehlchen eine Erstsichtung, denn auch der Umgang mit dem Spektiv war neu.
© C. Leutgeb / Schutzgebietsbetreuung Lungau