Zonierung

Ein UNESCO Biosphärenpark muss in Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen gegliedert sein. Die Zonierungsplanung ist durch einen Partizipationsprozess zu begleiten, in den Grundeigentümer, Interessensvertretungen und NGOs eingebunden werden.

Zonenkarte

Kernzonen

a) Größe:
Die Kernzonen müssen mindestens fünf Prozent der Gesamtfläche einnehmen und groß genug sein, um eine Ausbildung der natürlichen Ökosysteme im Sinne von ungenutzten Naturmodellen zuzulassen. In alpinen Regionen ist ein wesentlich höherer Anteil anzustreben.

b) Repräsentativität:
Die Kernzonen haben in besonderem Maße die natürlichen bzw. naturnahen Ökosysteme des UNESCO Biosphärenparks (ohne Pflegebedarf) bzw. besonders schützenswürdige Gebiete zu umfassen.

c) Rechtliche Sicherung:
Die Kernzonen müssen dauerhaft als strenge Schutzgebiete (wie z.B. Wildnis Gebiete, Nationalparks, Naturschutzgebiete, spezielle Gebietsverordnungen) gesichert werden. Sofern die Kernzonen nicht schon vor der Einreichung hinreichend unter Schutz gestellt sind, sollte die Flächensicherung bereits in der Planungsphase gewährleistet werden (Nutzungs-Moratorium).

d) Nutzung:
In Kernzonen darf keinerlei Nutzung erfolgen. Ausgenommen vom Nutzungsverbot sind extensive traditionelle Nutzungsformen (pflegliche Almwirtschaft, Schaftrieb, etc.) sowie eine nach ökologischen Kriterien ausgerichtete Wildstandsregulierung bzw. Jagd und Fischerei. Die Nutzungsbeschränkungen sind durch das Management zu kontrollieren und durch geeignete Maßnahmen zu begleiten. Die Erhaltung oder Wiedereinsetzung autochthoner Fischarten ist anzustreben. Für Kernzonen-Flächen, welche vorher forst- oder landwirtschaftlich genutzt wurden, ist die Einwilligung der Grundbesitzer herzustellen und gegebenenfalls der Einkommensentgang und die Verkehrswertminderung abzugelten bzw. sind diese Flächen durch Kauf zu erwerben und die Schutzwidmung festzulegen. Eine naturorientierte touristische Nutzung bzw. sanfte Freizeitnutzung in den Kernzonen ist möglich, muss aber mit den Schutzzielen vereinbar sein. Wenn es die Schutzziele erfordern, ist die Nutzung zu untersagen oder einzuschränken.

Pflegezonen (Pufferzonen)

a) Größe:
Die Pflegezonen müssen zusammen mit den Kernzonen mindestens 20 Prozent der Gesamtfläche einnehmen. In alpinen UNESCO Biosphärenparks und wenn besondere Schutzinhalte es erfordern, sind größere Anteile einzufordern. (A)

b) Rechtliche Sicherung:
Flächen der Pflegezone, in der die Verfügbarkeit über die gesetzlichen Standards hinausgehen soll, sind im Rahmen des Vertragsnaturschutzes zu sichern. Zusammenhängende Pflegeflächen, die einen in sich geschlossenen Landschaftsraum darstellen, sind zusätzlich durch eine geeignete Schutzkategorie (z.B. Ruhegebiete, Landschaftsschutzgebiete) zu sichern.

c) Nutzung:
In den Pflegezonen sind die speziellen Schutzgüter der jeweiligen Natur- und Kulturlandschaft zu sichern. In enger Kooperation mit den Bewirtschaftern der Flächen ist ein Managementplan zu erstellen und ein Förderungssystem zu entwickeln, in dem die zur Pflege notwendigen Leistungen abgegolten werden.

Entwicklungszonen

a) Größe:
Die Größe der Entwicklungszonen hat sich nach naturschutzfachlich und raumplanerisch sinnvollen Abgrenzungen zu richten.

b) Nutzung:
Die Entwicklungszonen sollen durch innovative nachhaltige Wirtschafts- und Bewirtschaftungsformen in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Handwerk, Gewerbe, Industrie, Kultur und Bildung vorbildhafte Standards in der gesamten Region setzen.