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Die Lungauer Landschaft

An das Lungauer Becken grenzt im Süden der Nationalpark Nockberge, im Westen der Nationalpark Hohe Tauern, im Norden der Alpenhauptkamm mit den Radstädtern Tauern und im Osten die Schladminger Tauern. Die Kernlandschaft des Lungau bildet ein zentrales Becken, von dem die Quelltäler der Mur in speichenförmiger Anordnung auseinanderlaufen. Es gliedert sich in zwei voneinander durch den Mitterberg getrennte Talfurchen, die des Taurachtals und die des Murtals. Tamsweg ist mit 1021 Hm der tiefste Punkt in diesem Becken.

Das Klima

Der Lungau ist meteorologisch ein kontinentales Klimagebiet. Die Beckenlage über 1000m, windgeschützt im Westen, Süden und Norden, stellt fast eine Schönwettergarantie dar. Im Sommer erreichen die Temperaturen um die 30°, die aber in der Nacht oft deutlich unter 20° absinken. Im Winter kann das Themometer durch die Höhenlage schon Mal auf –20° fallen, was wegen der trockenen, windstillen Luft und kräftigen Sonneneinstrahlung aber als deutlich milder empfunden wird. Besonders im Herbst gibt es lang anhaltende Schönwetterperioden mit herrlicher Fernsicht. Mariapfarr hat den meisten Sonnenschein im Lungau. Die Niederschläge beschränken sich auf weniger als 120 Tage im Jahr in Tamsweg. Ein drittel davon fällt als Schnee. Der Frost dauert in den Tallagen rund 158 Tage in den Hanglagen durch die kräfitge Sonneneinstrahlung nur 142 Tage.

Entwässerung

Der gesamte Lungau wird durch ein FLußsystem, das im wesentlichen von Westen nach Osten verläuft entwässert und sämtliche Flüsse und Bäche münden in die Mur die vom Lungau bis nach Slowenien fliesst. Mehr als 60 Seen findet man in Kesseln rund um die Ursprungsgebiete der Bäche. Diese liegen typischerweise zwischen 1500 und 2000 Hm.

Vegetation

Die Vegetation gliedert sich grob in zwei Stufen: Die Waldstufe im Lungauer Becken und die Hochgebirgsstufe in den umliegenden Bergen. Während im Lungauer Becken die Fichte vorherrscht findet man in den Hangebieten Birken, Grauerlen, Bergahorn, Haselsträucher und Zitterpappel. Vogelbeere und Himbeersträucher. Die Lärche steigt gemeinsam mit der Zirbe über die Waldgrenze (1700 bis 1900 Hm) in die Kampfzone hinauf, wo einzelne vom rauen Klima gezeichnete Exemplare die Baumgrenze erreichen. Durch Rodung und Beweidung sind in der Bergwaldstufe Almwiesen entstanden, die uns mit ihrer reichen Blütenpracht erfreuen. In der Krummholzstufe wachsen Legföhre (Latsche), Grünerle, Alpenrose (Almrausch), Heidelbeere, Preiselbeere u.a. Die alpine Grasheide wird von den widerstandsfähigsten Blütenpflanzen besiedelt, die das ganze Jahr über Stürmen und Schneefällen trotzen müssen. Ihre Vegetationszeit ist sehr kurz, dennoch entfaltet Enzian, Steinbrech, Primel, Mohn, Glockenblume und noch viele andere eine enorme Blütenpracht. Die zart rosa blühende Gemsheide mit ihren winzigen Blättchen besiedelt oft flächendeckend jene Bergrücken, die am stärksten dem Wind ausgesetzt sind. Ihre verholzten Polster sind so dicht, dass kein Sturm sie durchdringen kann. So verhindert sie die Erosion und bietet kleinen Tieren sicheren Schutz. In den höchsten Lagen überleben nur noch Pionierpflanzen wie Moose und Flechten, die wie die Landkartenflechte ganz mit dem Felsen verschmelzen.