Der Lungau als UNESCO Biosphärenpark

Blick vom Gumma auf Lessach und Tamsweg - Foto Katharina Gruber

Der Lungau

Im Rahmen des MAB-Programmes (“Der Mensch und die Biosphäre”) zeichnet die UNESCO Regionen als UNESCO Biosphärenparks aus, in denen durch umweltverträgliche und nachhaltige Entwicklungsmaßnahmen einzigartige Ökosysteme und bedeutende Kulturlandschaften bewahrt werden.

Der Lungau wurde von der UNESCO als UNESCO Biosphärenpark ausgezeichnet. Entscheidend für die Vergabe ist, dass die Bevölkerung das Konzept der Nachhaltigkeit unterstützt. Besonders wertvoll macht die Auszeichnung die Tatsache, dass der Lungau ganz natürlich in diese Rolle hineingewachsen ist, als ursprünglicher Lebensraum mit ausgeprägten Traditionen und reicher ökologischer Vielfalt.

  • Geographie

    Der Lungau ist ein knapp über 1.000 Quadratkilometer großes Hochplateau, das von den Hohen Tauern im Westen, den Niederen Tauern (Radstädter- und Schladminger Tauern) im Norden und Osten sowie von den Gurktaler Alpen (Nockberge) im Süden umgeben ist. Der Lungau liegt auf einer durchschnittlichen Seehöhe von 1.000 Meter. Die höchste Erhebung im Lungau ist der Große Hafner mit 3.076 Meter.

    Von Norden her ist der Lungau auf der Straße über den Radstädter Tauernpass oder durch den Tauerntunnel der Tauernautobahn erreichbar. Aus östlicher Richtung gelangt man in den Lungau über die Murtalbundesstraße, die Krakauebene oder mit der Murtalbahn. Von Kärnten im Süden her ist der Bezirk auf der Passstraße über den Katschberg, durch den Katschbergtunnel oder durch das Bundschuhtal zu erreichen. Aus dem Westen gibt es keinen direkten Straßenzugang zum Gebiet des Lungaus.

    Entwässert wird der Lungau mit Ausnahme des Flüsschens Krems, das in die Kärntner Lieser mündet, ausschließlich über die Mur, den Hauptfluss der Steiermark, der im Südwesten des Bezirks Tamsweg entspringt.

    Geschichte

    Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. zählte das Gebiet des heutigen Lungaus zu Norikum, einem keltischen Königreich. 15 v. Chr. wurde es von den Römern besetzt und 50 n. Chr. zu einer römischen Provinz. Vom 8. bis zum frühen 14. Jahrhundert stand der Lungau unter bayrischer Herrschaft. Von 1328 bis zum Jahr 1803 dauerte dann die Herrschaft der Salzburger Fürsterzbischöfe. Im Lungau waren die Lehren Martin Luthers früh verbreitet worden, erste Hinweise datieren aus dem Jahre 1534. Eine Rolle spielten dabei Prediger aus der angrenzenden Steiermark, wie der Jörg Schratl, der schon 1528 in Stadl a.d. Mur gegen den Papst auftrat. In den folgenden 100 Jahren kam es von Seite der Salzburger Erzbischöfe immer wieder zu Maßnahmen gegen die Glaubenserneuerer. Um 1578 z.B. kam der Erzbischof selbst mit Truppen in den Lungau, ließ die Rädelsführer gefangen nehmen, nach Hallein überstellen und dort hinrichten. Im Jahre 1605 wurde an Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau berichtet, dass viele Lungauer sektische und lutherische Stücke redeten und sängen. Der Reformeifer des Erzbischofs war aber durch seine persönliche Lebensführung und mehrere politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten erlahmt, so dass er keine vollständige Offensive zur Rekatholisierung mehr angehen konnte. Erst sein Nachfolger Markus Sittikus führte 1613 eine Generalvisitation durch, bei der u.a. festgestellt wurde, dass die Mehrzahl der Landpfarrer im Konkubinat lebte und Kinder hatte, worauf eine scharfe Disziplinierungsphase folgte. Danach konnte zwar durch die Bekehrung der “sektischen Untertanen“ die Einheit des Glaubens wiederhergestellt werden, später wurde aber festgestellt, dass jene bloß eine äußerliche geblieben war. Daher übernahm 1633 der Kapuzinerorden die Seelsorge im Lungau, um die Bevölkerung dauerhaft zu rekatholisieren. Diese Periode wurde durch die Auflösung des Kapuzinerordens in Tamsweg durch den aufgeklärten Erzbischof Colloredo beendet. Nach dessen Abdankung 1803 kam das Gebiet kurze Zeit wieder unter bayerische Verwaltung und 1816, wie ganz Salzburg, zu Oberösterreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg im Jahre 1848 erfolgte die Herausgabe einer eigenen Landesverfassung, die auch eine Neuregelung der Landesverwaltung und die Einführung der Gemeindeordnung mit sich brachte. 1880 wurde der Lungau als „ärmste“ Region im Land Salzburg bezeichnet. Grund dafür war seine geografische Abgeschlossenheit. Erst nach dem Anschluss an das Eisenbahnnetz durch die Murtalbahn 1894 und dem Bau der Tauernautobahn ab 1971 erstarkten Handel und Wirtschaft im Lungau.

    Wirtschaft

    Der Bezirk Tamsweg ist mit jährlich rund 1,3 Mio. Übernachtungen ein beliebtes Urlaubsziel. Die Region bietet sommers wie winters zahlreiche Sportmöglichkeiten. Zudem werden die Natur, kulturelle Besonderheiten und technische Objekte touristisch beworben. Diesbezüglich spielt unter anderem die Schmalspurbahn von Mauterndorf in die steirische Gemeinde Unzmarkt eine Rolle. Die Bahn ist heute in betrieblicher Hinsicht in die Taurachbahn und in die Murtalbahn geteilt.