Wertschätzung unserer Bauern und ihrer Leistung für unsere Region

Überlinger Moor (fächengrößtes Moor in Österreich) - Biophärenparkgemeinde Tamsweg

Die Landwirtschaft im UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau

Wie in ganz Österreich so wird auch im UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau der Großteil der Landschaft genutzt. Seit Jahrtausenden ist der Mensch im Lungau angesiedelt und betreibt Ackerbau und Viehzucht bis hinauf ins alpine Ödland. Seine Kleinstrukuturiertheit, die unterschiedlichen Höhenstufen, Biotope und Nutzungsformen haben den Lungau zu einer der artenreichsten Gegenden in Österreich gemacht und bewahrt. Seit Juli 2012 ist der Lungau nun gemeinsam mit den Nockbergen UNESCO Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Doch was bedeutet das konkret? Damit eine artenreiche Kulturlandschaft erhalten bleiben kann, braucht es eine nachhaltige Pflege. Würden zum Beispiel Steilflächen und Wiesen nicht mehr oder intensiver gemäht und bewirtschaftet, so würden die Flächen einerseits verbuschen und verwalden, andererseits ausgelaugt und aus ihrem Gleichgewicht gebracht. Beides würde zu einem Verlust vieler Pflanzen- und Tierarten führen. Das heißt, es braucht den Menschen, der seine Umwelt sorgsam pflegt und erhält. Der Lungau hat diesbezüglich eine tolle Ausgangslage. Im Jahr 2011 gab es ca. 850 landwirtschaftliche Betriebe. Davon wirtschafteten 51% nach den Kriterien des ökologischen Landbaues, 46% verzichteten auf Handelsdünger- und Spritzmitteleinsatz, 3% verwendeten Spritz- und Düngemittel nur eingeschränkt und es wurden 346 Almen bewirtschaftet.

In der heutigen Zeit sind ländliche Regionen, so auch der Lungau, von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einer starken Abwanderung betroffen. Besonders der Landwirtschaft geht es zu Beginn des 20. Jh. immer schlechter - Faktoren die sich negativ auf das Wohlbefinden der Menschen und die artenreiche Landschaft im Lungau auswirken.

Genau hier setzt der Biosphärenpark an. Durch dieses besondere Prädikat sollen die Region und ihre BewohnerInnen gestärkt und die Landschaft in ihrer Schönheit erhalten bleiben.

Bei den vorangegangenen Biosphärenpark-Veranstaltungen, den Schwerpunktabenden und Lungau-Stammtischen des Regionalen Agenda Prozesses, hat sich gezeigt wie viel den LungauerInnen am Erhalt unserer schönen Landschaft liegt. Hier wurden Probleme deutlich und Ansatzpunkte für eine Stärkung von Natur und Landwirtschaft gefunden.

Perspektiven

Landwirtschaft und Almen

  • Unsere Lungauer Produkte, unsere regionalen Schätze, machen den UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau erkennbar und genießbar.
  • Unsere kleinstrukturierte, traditionelle Landwirtschaft ist ein von Gästen und Einheimischen geschätztes Kennzeichen des UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau.
  • Biologisch erzeugte Produkte und biologisch wirtschaftende Betriebe sind ein wesentlicher Bestandteil im UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau. Er hat schon jetzt österreichweit die größte Dichte an biologisch wirtschaftenden Betrieben (über 50%).
  • Unsere gepflegten und bewirtschafteten Almen sind ein Aushängeschild für den UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau.

Ziele

Wir setzen uns für die Schaffung von Infrastruktur für die Produktion regionaler Produkte ein.

  • Entscheidungsgrundlagen für neue Betriebszweige und neue Infrastruktur (Molkerei, Schlächterei etc.) erarbeiten (BBK, LFS)

Wir stärken die Vermarktung und Kennzeichnung von heimischen Qualitätsprodukten unserer Bäuerinnen und Bauern sowie unserer Veredelungsbetriebe (Getreide, Fleisch, Käse, Holz, …).

  • Die Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg ist dabei ein wichtiger Partner.
  • Die Rahmenbedingungen für Direktvermarkter verbessern.
  • In der Vermarktung verstärken wir die Zusammenarbeit mit der Tourismuswirtschaft.
  • Wochenmärkte werden um neue Anbieter und Produkte erweitert.
  • Den Anbau von Tauernroggen erhöhen.
  • Qualitative hochwertige Spezialprodukte.
  • Innovative Ideen bringen neue Produkte und Vermarktungswege.
  • Der Lungau wird zur ersten Slow-Food Region in Österreich.
  • Der Bauer muss sein Produkt zu einem gerechten Preis an einen Vermarkter verkaufen können.

Wir vergrößern das Sortiment und Angebot an Lebensmitteln des täglichen Bedarfs in hochwertiger Bio-Qualität.

  • Damit können wir sowohl Märkte, den Einzelhandel als auch gastronomische und touristische Betriebe kundenorientiert beliefern.

Wir setzen auf die biologische Landwirtschaft als die wichtigste Form der Landwirtschaft, stärken und unterstützen unsere vorhandenen Bio-Betriebe und erhöhen deren Anzahl.

  • Den Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln und Futtermitteln möglichst in Bioqualität steigern.

Wir Lungauerinnen und Lungauer unterstützen unsere Bauern indem wir ihre Produkte kaufen und ihre Dienstleistung (Landschaftspflege) schätzen und erhalten so die kleinstrukturierte, traditionelle Landwirtschaft im UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau.

  • Regionales Konsumieren.
  • Wertschätzung unserer Bauern und ihrer Leistung für unsere Region.

Wir setzen Maßnahmen für die Almwirtschaft, stärken damit die traditionelle Lungauer Landwirtschaft und bieten touristische Angebote.

  • Bewusstseinsbildung für Almen und Almwirtschaft bei Einheimischen und Gästen.
  • Attraktive Gestaltung des Almabtriebs.
  • Maßnahmen gegen die Verbuschung der Almen setzen.
  • Wieder mehr bewirtschaftete Almen in Verbindung mit Wanderwegen schaffen.

Unsere Landwirte steigen verstärkt in die Energieerzeugung ein, schaffen sich dadurch ein weiteres wirtschaftliches Standbein und tragen zur Energieautarkie des Lungaus bei.

  • Der Landwirt als Energiewirt.