Mit voller Fahrt voraus
Lungau peilt Bewerbung um das UNESCO-Prädikat „Biosphärenpark“ an
LUNGAU (rec). „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“ – diesen Beinamen dürfen sämtliche von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenparks der neuen Generation tragen. In Österreich gibt es derer zwei, das kleine Walsertal und der Wienerwald. Der Lungau wäre der größte Biosphärenpark Österreichs und der einzige in den Alpen. Von dem weltweit renommierten Gütesiegel erhofft man sich in erster Linie einen werbewirksamen Effekt für den Tourismus. Die Zielsetzungen eines Biosphärenparks sollen zudem andere Bereiche, von Landwirtschaft bis Bildung, positiv beeinflussen, als auch die Forschung im Bezirk auf neue Beine stellen. Innovative Projekte, die branchenübergreifend entstehen, sind als Fundament dieser Idee gedacht und gleichzeitig Motor für die Entwicklung der gesamten Region. Der Regionalverband Lungau, allen voran Geschäftsführer Josef Fanninger, arbeitet seit Anfang 2009 intensiv daran, dass es noch heuer zu einer Bewerbung bei der UNESCO kommt. Bislang hat man sich der Zustimmung aus den Reihen der Lungauer vergewissert – mit Erfolg: Alle 15 Gemeinden stehen per Beschluss hinter dem Vorhaben, so auch die Bezirksbauernkammer, die Wirtschaftskammer, die Tourismusverbände, die Leader-Aktionsgruppe und ferner ein eigens ins Leben gerufenes Personenkomitee mit Vertretern aus acht verschiedenen Sparten, weitgehend abseits der Politik. Allein die Seilbahner stehen dem Biosphärenpark nach wie vor skeptisch gegenüber. „Es ist schwer nachvollziehbar, warum trotz dieser großen Mehrheit wegen offenkundig egoistischer Motive Einzelner die Chance auf eine positive Weiterentwicklung des gesamten Lungaues noch immer verhindert werden kann“, ist Fanninger erstaunt. Am 5. Juli werden drei offene Punkte mit dem Land Salzburg verhandelt: Eine Musterverordnung, die unter anderem enthalten wird, dass in der Entwicklungszone eines Biosphärenparks, wo sich sämtliche Seilbahnen befinden, mit keinerlei Einschränkungen zu rechnen ist; die rechtliche Absicherung der betroffenen Grundbesitzer in der Kernzone; die finanzielle Unterstützung. Fanninger rechnet mit einem jährlich notwendigen Gesamtbudget von rund 120.000 Euro, das zum Teil auch aus verschiedenen Fördertöpfen des Landes Salzburg mitgetragen werden soll.
