Bürgermeister sagen JA
Regionalverband steht offiziell hinter Ansuchen um UNESCO-Prädikat Biosphärenpark
TAMSWEG (rec). Ich bin angetreten, noch heuer herauszufinden, ob sich der Lungau um das UNESCO-Gütesiegel Biosphärenpark bewerben will, oder nicht. Ganze acht Pongauer Gemeinden haben vor, im Frühjahr ebenfalls anzusuchen. Es wird aber nur einen Biosphärenpark in Salzburg geben. Der Lungau hat den Vorzug, hielt der Geschäftsführer des Regionalverbandes, Josef Fanninger, bei der Sitzung in Tamsweg am Donnerstag fest.
Gemeindeentwicklung steuert 30.000 Euro für Information bei
Bis Ende des Jahres sollen noch möglichst viele positive Beschlüsse von Gemeindevertretungen, Tourismusverbänden, der Bauernkammer, der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer und der Ferienregion vorliegen. Eines ist klar, betonte Fanninger, wenn beispielsweise acht Gemeinden dafür sind und sieben dagegen, hat es keinen Sinn. Der Lungau muss geschlossen hinter dem Projekt stehen! Vom Einreichen sei mit zirka sechs bis acht Monaten zu rechnen, bis die UNESCO das Ansuchen geprüft habe. Von der Gemeindeentwicklung gibt es bereits eine Zusage von rund 30.000 Euro für Informationszwecke, berichtete Fanninger. Die Wartezeit bis zum Urteil der UNESCO könne intensiv genutzt werden, um die Bevölkerung weiter über das Wesen eines Biosphärenparks aufzuklären und eventuell auch schon Ideen auszuarbeiten.
Im Biosphärenpark-Management soll Fulltime-Job entstehen
Fanninger versicherte gegenüber den Lungauer Bürgermeistern, er sehe die Biosphäre als einzigartige Chance, dass der Lungau zusammenwachse. Viele Unternehmer würden Initiativen wagen, die sie sonst nicht gestartet hätten. Unabdingbar sei ein Biosphärenpark-Management, d. h. eine Person, die sich ausschließlich um die Entwicklung des Projektes kümmert. Zum Vergleich will Fanninger für die nächste Sitzung Budgets mit und ohne Biosphärenpark-Management vorstellen. Das Land Salzburg habe eine jährliche Förderung von rund 70.000 Euro in Aussicht gestellt.
Keine Auswirkungen auf die Seilbahnwirtschaft
Erneut betonte Josef Fanninger, dass ein UNESCO-Prädikat keinerlei Auswirkungen auf die Seilbahnwirtschaft oder sonstige Unternehmungen habe und dass die ausgewiesenen Kernzonen ohnehin bereits Landschaftsschutzgebiete seien. Der Obmann des Regionalverbandes, Bgm. Wolfgang Eder, fügte hinzu: Ich hätte nie meine Zustimmung gegeben, wenn die Lifte durch einen Biosphärenpark eingeschränkt wären! Josef Fanninger bot an, bei den kommenden Gemeindevertretungssitzungen in den einzelnen Gemeinden persönlich Rede und Antwort zu stehen.
Vierzehn Bürgermeister sagen JA - eine Stimmenthaltung
Abschließend fasste der Regionalverband mit Zustimmung von vierzehn Bürgermeistern den Beschluss, das Ansuchen um das Biosphärenpark-Prädikat aktiv zu unterstützen. Der Twenger Bürgermeister, Franz Pöllitzer, enthielt sich seiner Stimme. Die Frage nach der Stellung von Obertauern (Bezirksgrenze, aber gleiches Bundesland) müsse noch gesondert behandelt werden.
Verfasser: Lungauer Bezirksblatt
