Biosphärenpark Idee
1970 rief die UNESCO das Wissenschaftsprogramm Man and the Biosphere (MAB) ins Leben. Seine Entstehung verdankt es der so genannten Biosphärenkonferenz, die 1968 in Paris stattfand. Die Experten betonten damals, dass die biologische Vielfalt auf lange Sicht nur dann erhalten werden kann, wenn der Schutz und die Nutzung der natürlichen Ressourcen Hand in Hand gehen. Das internationale Forschungsprogramm sollte sich konkret mit dem Verhältnis Mensch und Natur beschäftigen. Ökonomen sollten an der Seite von Ökologen und Sozialwissenschaftlern arbeiten, um den politischen Entscheidungsträgern durch das Zusammenwirken der verschiedenen Disziplinen tragfähige Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung vorzulegen. Österreich beteiligte sich ab 1973 mit einem interdisziplinären Forschungsprojekt, in dem der Einfluss des Tourismusbooms auf den Erholungsort Obergurgl in den Ötztaler Alpen untersucht wurde.
Um die ehrgeizigen Ziele des MAB-Programms zu erreichen, mussten die wissenschaftlichen Arbeiten auf ausgewählte Gebiete konzentriert werden. So genannte Biosphärenreservate Biosphere Reserves) sollten die logistischen Voraussetzungen für reproduzierbare Forschungsexperimente schaffen, gleichzeitig aber auch Orte der Bildung und Ausbildung sein. 1974 legte eine Sonderarbeitsgruppe des MAB-Programms fest, welche Anforderungen an ein mit diesem Prädikat ausgezeichneten Gebiet verbunden sind. Biosphärenreservate hatten demnach die Aufgabe, weltweit repräsentative Lebensräume zu erhalten, als Basis für die Erforschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen zu dienen und eine weltweit koordinierte Beobachtung von Umweltveränderungen zu ermöglichen. Zwei Jahre später wurde das Weltnetz der Biosphärenreservate gegründet. Heute bilden 553 Biosphärenreservate in 107 Staaten ein umfassendes Schutzgebietsnetz (Juni 2009).

